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Was ist Kratom? Pflanze, Herkunft und Forschung im Überblick

Kratom ist der gebräuchliche Name für die Blätter des tropischen Baumes Mitragyna speciosa, der zur Familie der Rötegewächse (Rubiaceae) gehört und in Südostasien heimisch ist[1][2][3]. Dieser immergrüne Baum wächst vor allem in Thailand, Malaysia, Indonesien, Myanmar und auf den Philippinen sowie in Papua-Neuguinea und bildet dort einen festen Bestandteil der lokalen Flora[1][2][4].

Im deutschsprachigen Raum wird mit „Kratom“ meist das getrocknete Blattmaterial von Mitragyna speciosa bezeichnet, das als botanisches Produkt gehandelt wird[5][6]. Dieser Beitrag erklärt sachlich und ohne Konsumempfehlungen, was Kratom botanisch ist, woher es stammt, welche pflanzlichen Inhaltsstoffe untersucht wurden und wie der aktuelle Stand der internationalen Diskussion und Forschung aussieht[1][6][7].


Botanische Einordnung: Kratom als tropischer Baum

Mitragyna speciosa gehört zur Ordnung Gentianales, Familie Rubiaceae – derselben Pflanzenfamilie wie die Kaffeebohne (Coffea) und die Chinarinde (Cinchona)[2][3]. Innerhalb der Rubiaceae wird Kratom der Unterfamilie Cinchonoideae und der Tribus Naucleeae zugeordnet und steht damit in einem erweiterten Verwandtschaftsverhältnis zu mehreren pharmakologisch relevanten Arten[2][8].

In seinem natürlichen Habitat kann der Kratombaum je nach Standort und Umweltbedingungen Höhen von etwa 4 bis 16 Metern erreichen, in Einzelfällen werden sogar noch größere Exemplare beschrieben[1][3]. Charakteristisch sind ein meist gerader Stamm mit hell graugrüner Rinde, auffällige Lentizellen und eine breit ausladende, dicht beblätterte Krone[2][3].

Die Blätter sind oval bis breit-eiförmig, dunkelgrün und verfügen über ausgeprägte, parallel angeordnete Seitennerven[1][2]. In der Natur bleibt Mitragyna speciosa in den meisten tropischen Gebieten immergrün, zeigt jedoch in kühleren oder saisonal trockeneren Regionen ein fakultativ laubabwerfendes Verhalten, bei dem ein Teil der Blätter abgeworfen wird[2][3].

Die Blüten erscheinen in kugelförmigen, gelblichen Blütenständen, die aus zahlreichen einzelnen Blüten bestehen und oft zu dritt an einem Knoten angeordnet sind[2][8]. Aus den Blüten entwickeln sich kapselartige Früchte, die viele kleine, geflügelte Samen enthalten, die über Wind und Wasser verbreitet werden können[2][3].


Natürliches Verbreitungsgebiet und Lebensraum

Kratom stammt aus den feuchten Tieflandregionen Südostasiens und ist in Ländern wie Thailand, Malaysia, Indonesien, Myanmar, Kambodscha, den Philippinen und Papua-Neuguinea heimisch[1][3][4]. Das natürliche Vorkommen konzentriert sich vor allem auf Regionen mit ganzjährig hoher Luftfeuchtigkeit, regelmäßigen Niederschlägen und nährstoffreichen, alluvialen Böden[2][3].

Typische Standorte sind Auenwälder, Flussufer, Süßwasser-Sumpfgebiete und periodisch überschwemmte Feuchtgebiete, in denen der Boden einen Großteil des Jahres von Grundwasser gesättigt ist[2][3][4]. In diesen Habitaten kann Kratom dichte Bestände bilden und spielt eine Rolle beim Schutz der Ufer vor Erosion sowie bei der Stabilisierung der Böden[2][4].

In einigen Regionen wird Kratom inzwischen auch außerhalb seines ursprünglichen Verbreitungsgebiets kultiviert, beispielsweise in ausgewählten Teilen der USA, wo das Klima eine Freiland- oder Gewächshauskultur erlaubt[6][9]. In gemäßigten Klimazonen wird der Baum dort jedoch in der Regel deutlich kleiner und reagiert empfindlich auf Kälte und Frost[2][9].


Traditionelle und kulturelle Bedeutung

Historische und ethnobotanische Quellen beschreiben, dass Kratom in ländlichen Regionen Südostasiens seit mindestens dem 19. Jahrhundert eine Rolle im Alltag verschiedener Gemeinschaften spielt[1][6][10]. Feldstudien aus Thailand, Malaysia und Indonesien berichten, dass Kratom-Blätter insbesondere bei Landarbeitern, Fischern und Plantagenarbeitern bekannt waren und Teil der lokalen Kultur wurden[1][6].

Neben seiner Rolle im Arbeitsalltag taucht Kratom in einigen Regionen in sozialen und rituellen Kontexten auf, etwa bei Dorftreffen, traditionellen Zeremonien oder als Bestandteil animistischer Praktiken[6][10]. Die genauen Formen dieser Nutzung unterscheiden sich je nach Region, ethnischer Gruppe und historischer Phase und sind Gegenstand ethnografischer Forschung[6][10].

In der traditionellen Medizin verschiedener südostasiatischer Länder wird Kratom im Rahmen lokaler Heilsysteme beschrieben, häufig eingebettet in ein komplexes Wissen über zahlreiche andere Heilpflanzen der Region[1][6][11]. Moderne gesundheitliche Bewertungen und regulatorische Entscheidungen orientieren sich inzwischen jedoch stärker an pharmakologischen Daten und toxikologischen Studien als an ethnomedizinischen Traditionen[7][12].


Inhaltsstoffe: Alkaloide und andere Pflanzenbestandteile

Die wissenschaftliche Forschung hat gezeigt, dass Kratom-Blätter eine Vielzahl von sekundären Pflanzenstoffen enthalten, darunter mehr als 40 unterschiedliche Indol- und Oxindol-Alkaloide[7][12]. Die Zusammensetzung kann je nach Genotyp, Herkunftsregion, Erntezeitpunkt und Nachernteverarbeitung erheblich variieren[7][12].

Zu den bisher am besten untersuchten Alkaloiden zählen Mitragynin – häufig das mengenmäßig dominierende Alkaloid in vielen Proben – sowie 7‑Hydroxymitragynin, ein Metabolit, der in Tiermodellen und in vitro als potenter µ‑Opioid‑Rezeptor‑Agonist beschrieben wurde[7][12][13]. Weitere relevante Alkaloide sind Speciogynin, Speciociliatin, Paynanthein und zahlreiche Minor-Komponenten, deren Pharmakologie derzeit intensiv untersucht wird[7][12].

Aktuelle Arbeiten zeigen, dass Mitragynin in Leberpräparaten von Mensch und Maus durch CYP3A‑Enzyme zu 7‑Hydroxymitragynin umgewandelt wird, das dann einen beträchtlichen Anteil der beobachteten µ‑Opioid‑Rezeptor‑Vermittlung ausmachen kann[13][14]. Gleichzeitig wird diskutiert, dass sowohl Mitragynin als auch seine Metaboliten funktionell selektive (G‑Protein‑biased) Agonisten sein könnten, was sich auf das Nebenwirkungsprofil auswirken kann[13][14].

Neben Alkaloiden enthalten die Blätter Chlorophyll, verschiedene Flavonoide, Polyphenole, Kohlenhydrate und Mineralstoffe, wie für viele immergrüne tropische Baumarten typisch[2][12]. Diese Matrix kann die Extraktion, Stabilität und Bioverfügbarkeit der Alkaloide beeinflussen und spielt daher in der analytischen und pharmakokinetischen Forschung eine Rolle[7][12].


Rechtliche Einordnung und internationale Diskussion

Die rechtliche Einstufung von Kratom unterscheidet sich weltweit erheblich und wird laufend angepasst[5][15]. Einige Länder behandeln Kratom als kontrollierte Substanz, andere regulieren bestimmte Alkaloide oder erlauben die Pflanze unter Auflagen, während in wieder anderen Staaten bislang keine spezifische Gesetzgebung existiert[5][15].

Auf internationaler Ebene wurde Kratom im Rahmen des Expert Committee on Drug Dependence (ECDD) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) diskutiert[15][16]. Im Zuge einer Vorprüfung (Pre‑Review) 2021 stellte das Komitee fest, dass die verfügbaren Daten zu unerwünschten Wirkungen und Missbrauchspotenzial nicht ausreichen, um eine Einstufung nach den UN‑Drogenkonventionen zu empfehlen; Kratom, Mitragynin und 7‑Hydroxymitragynin werden jedoch weiterhin auf einer Beobachtungsliste geführt[15][16].

Organisationen wie die European Union Drugs and Drug Addiction (EUDA) und nationale Gesundheitsbehörden veröffentlichen regelmäßig aktualisierte Drogenprofile, in denen botanische Informationen, bekannte Inhaltsstoffe, Nutzungsformen, Risiken, Markttrends und rechtliche Aspekte zusammengefasst werden[1][5][7]. Für Händler und Verbraucher ist es daher wichtig, stets den aktuellen rechtlichen Status im jeweiligen Land zu prüfen.


Aktueller Stand der Forschung

In den letzten Jahren hat die Zahl der wissenschaftlichen Publikationen zu Kratom deutlich zugenommen, insbesondere zu Pharmakologie, Pharmakokinetik, Toxikologie und möglichen Wechselwirkungen mit anderen Substanzen[7][12][17]. Reviews fassen zusammen, dass Kratom-Alkaloide an verschiedenen Rezeptorsystemen interagieren, darunter Opioid‑, adrenerge, serotonerge und dopaminerge Zielstrukturen[7][12][17].

Klinische und Beobachtungsstudien untersuchen derzeit unter anderem, wie Kratom in unterschiedlichen Populationen verwendet wird, welche Motive Nutzer angeben und welche Muster von Nebenwirkungen in realen Anwendungsszenarien auftreten[17][18]. Parallel dazu werden pharmakokinetische Modelle verfeinert, um Aufschluss über Aufnahme, Verteilung, Metabolismus und Ausscheidung von Mitragynin und verwandten Alkaloiden beim Menschen zu gewinnen[17].

Internationale Fachgremien betonen, dass weitere qualitativ hochwertige Forschung notwendig ist, um offene Fragen zu Langzeitfolgen, Interaktionen und Risikoprofilen zu klären[15][17]. Für eine ausgewogene Bewertung von Kratom ist daher die kontinuierliche Beobachtung der wissenschaftlichen Literatur und regulatorischen Entwicklungen entscheidend.


Mehr zum Thema Kratom


Quellen und wissenschaftliche Literatur

  1. European Union Drugs and Drug Addiction (EUDA) (2024). \“Kratom drug profile\“. https://www.euda.europa.eu/publications/drug-profiles/kratom_en
  2. University of Florida IFAS (2025). \“Kratom: Botanical Insights and Cultivation Practices for a Conspicuous Medicinal Tree Species\“ (ENH1389/EP653). https://edis.ifas.ufl.edu/publication/EP653
  3. Britannica (2025). \“Kratom (Mitragyna speciosa)\“. https://www.britannica.com/plant/kratom
  4. Wikipedia. \“Mitragyna speciosa\“. https://en.wikipedia.org/wiki/Mitragyna_speciosa
  5. EUDA / EMCDDA. \“Kratom: health and social responses\“ (Drug Profile Annex). 2024.
  6. StatPearls (2023). \“Kratom\“. NCBI Bookshelf. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK585120/
  7. Yue, K., Kopajtic, T.A., Katz, J.L. (2024). \“An update on the clinical pharmacology of kratom\“. Expert Review of Clinical Pharmacology, 17(1), 27–40.
  8. Martins, E., Núñez, C. (2015). \“Rubiaceae: taxonomy and distribution\“. In: Rubiaceae – Biology and Evolution.
  9. León, F. et al. (2009). \“Phytochemical characterization of the leaves of Mitragyna speciosa grown in USA\“. Natural Product Communications, 4(7), 907–910.
  10. Transnational Institute (2021). \“Kratom in Myanmar and Southeast Asia: time for legal regulation\“. https://www.tni.org/en/article/kratom-in-myanmar-and-southeast-asia-time-for-legal-regulation
  11. Jelsma, M. (2021). \“Kratom: the creation of a threat\“. TNI Drug Policy Briefing.
  12. Flores-Bocanegra, L. et al. (2020). \“The Chemistry of Kratom [Mitragyna speciosa]: Updated Characterization Data and Methods to Elucidate Indole and Oxindole Alkaloids\“. Journal of Natural Products, 83(7), 2165–2177.
  13. Kruegel, A.C. et al. (2019). \“7-Hydroxymitragynine Is an Active Metabolite of Mitragynine and a Key Mediator of Its Analgesic Effects\“. ACS Central Science, 5(6), 992–1001. https://doi.org/10.1021/acscentsci.9b00141
  14. WHO / ECDD (2021). \“Pre-review report: Kratom (Mitragyna speciosa), mitragynine and 7-hydroxymitragynine\“. WHO ECDD Kratom Report
  15. SupplySide (2025). \“WHO foregoes recommending ‚critical review‘ of kratom\“. https://www.supplysidesj.com/…
  16. NIDA (2024). \“Kratom\“ – Research Topics. https://nida.nih.gov/research-topics/kratom
  17. DEA (2020). \“Drug Fact Sheet: Kratom\“. https://www.dea.gov/…/Kratom-2020_0.pdf
  18. Jentsch, M.J. (2023). \“Kratom\“. In: StatPearls. NCBI Bookshelf.
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